Julia Lacherstorfer

Neues Album „Spinnerin“

Release: 16. Oktober 2020

Schon von Kindesbeinen an erfährt Julia Lacherstorfer Musik in ihren mannigfaltigsten Ausprägungen eingeflochten in die Selbstverständlichkeit des Alltäglichen. Im Traunviertler Elternhaus werden seltsam anmutende Klänge wie das Schnarren der Drehleier des Vaters, das Klackern des Spinnrades der Mutter oder das aus dem Obergeschoß dringende Akkordeonspiel des Großvaters zu vertrauten Klängen und Geräuschen, die Julias Kinderohren prägen. Beide Elternteile sind volksmusikantisch aktiv, so werden Tanzboden und Bühne zu vertrautem Terrain und der Austausch mit anderen Musikgruppen über Landesgrenzen gepflegt.

Mit der Gründung des Ensembles ALMA und des Duos Ramsch und Rosen erfüllt sich Julia Lacherstorfer einen langjährigen Wunsch, nämlich, sich an der Seite jener Partner*innen künstlerisch zu professionalisieren, denen sie sich musikalisch und menschlich am nächsten fühlt. Mit ihnen gemeinsam widmet sie sich der Verwertung traditioneller Aspekte in der österreichischen und europäischen Volksmusik und achtet dabei stets auf die Transportierbarkeit in die heutige Zeit.

Als Komponistin lotet Julia Lacherstorfer die Grenzen zwischen Vertrautem und Unerwartbarem aus, zwischen der Eingängigkeit traditioneller Melodien und der Unberechenbarkeit, die improvisierter Musik innewohnt. Als Performerin legt sie besonderen Stellenwert auf den Bezug zum Publikum, lässt Bilder und Assoziationen zu, um ihre Musik nachvollziehbar und erlebbar zu machen.

Spinnerin

Julia Lacherstorfer: Musik & Konzept, Geige, Stimme, Harmonium
Sophie Abraham: Cello & Stimme
Lukas Froschauer: Sound-Design & Live-Electronics

Spinnerin ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit den Lebens- und Leidensgeschichten von Frauen und dem sozio-kulturellen Erbe, das sie uns hinterlassen. „Spinnerin“ ist mehr als nur ein Album mit neuen Volksliedern – es spinnt ein narratives Netz, verbunden durch Ungesagtes und Ungesehenes.

Julia Lacherstorfer:

Alles Suchen und Spinnen begann mit einer Erkenntnis: Die Lieder, die mir einst mein Großvater beigebracht hat, und die ich über alles liebe, sie kommen mir immer weniger leicht über die Lippen. Woran liegt das? Zwar bin ich mit Volksmusik aufgewachsen, dennoch habe ich Jahrzehnte gebraucht, um zu begreifen, dass ein Großteil der traditionellen Lieder, die ich seit Kindheitstagen singe, eine männliche Geschichte erzählen. Diese Erkenntnis traf mich vor einiger Zeit mit voller Wucht und weckte in mir den Wunsch, die weibliche Perspektive in unserem Liedgut mehr ins Bewusstsein – und somit auch ins Zentrum meines Schaffens zu rücken.

Ich habe Frauen besucht und nach ihrer Geschichte gefragt, und sie hatten viel zu erzählen. Sehr viel mehr als nur über ihre Küchen- und Handarbeit und das Kinderhüten. Und diese Geschichten sind es, die ich hier gesammelt habe.

Ich widme dieses Projekt einer zeitgemäßen künstlerischen Auseinandersetzung mit den Lebens- und Leidensgeschichten von Frauen und dem sozio-kulturellen Erbe, das sie uns hinterlassen. Es soll einen Beitrag leisten, unsere Überlieferungen von einer anderen Seite zu beleuchten, unsere Volksmusikforschung und das Material unserer Archive ein wenig weiblicher und somit diverser zu gestalten.

Das Besondere am Projekt „Spinnerin“ ist für mich einerseits das Wagnis, mich erstmals als Solokünstlerin zu zeigen, ohne den schützenden Halt eines Kollektivs, andererseits ist es die inhaltlich feministische und experimentelle Komponente. „Spinnerin“ ist mehr als nur ein Album mit neuen Volksliedern – es spinnt ein narratives Netz, verbunden durch Ungesagtes und Ungesehenes. Vielleicht auch bisher Ungefühltes. Es ist ein Hinfühlen an Orte, an denen man sich oftmals lieber vorbeiwindet. „Spinnerin“ möchte auf subtile Art und Weise Vergrabenes an die Oberfläche bringen.

Ich wünsche Ihnen das größtmögliche Hörvergnügen!

 

Pressestimmen

Mit dem Geist einer Ethnomusikologin, Respekt und künstlerischer Weitsicht beforscht Julia Lacherstorfer die Vergangenheit, um vergessen Geglaubtes sowohl musikalisch als auch narrativ in die Gegenwart zu transferieren und erlebbar zu machen. Ihre musikalischen Mittel sind dabei so vielfältig wie die Lebensrealitäten jener Frauen*, deren Geschichten sie erzählt.
 –  Laura Wösch

Ich kenne Julia Lacherstorfer seit 15 Jahren. Sie könnte sich durchaus schon auf einigen Lorbeeren ausruhen. Tut sie nicht. Dem solide andauernden Erfolg mit der zu 4/5 weiblichen Band Alma und der innovativen Programmierung des Festivals wellenklænge (um nur Weniges zu nennen) folgt nun ein aufwändiges Solo-Projekt. Die Reflexion der eigenen Werdung, das Aufwachsen mit und in traditioneller Musik steht wohl als erster Impuls hinter der „Spinnerin“. Ohne in Selbst-Bespiegelung zu verharren, holt die Geigerin, Sängerin und Komponistin die Schicksale von Frauen ans Licht, abseits der Klischees von feschen „Dirndln“ und komischen „Oidn“. Lacherstorfers musikalisches Interesse geht von purer Tradition aus, um Freiheit jenseits aller Stil-Schubladen zu erreichen. Das Ergebnis zeitigt eine Schönheit, die aus Verletzlichkeit Stärke bezieht. Dies ist nur scheinbar paradox.

Der normale Weg heißt: Wenn du Erfolg mit einer Sache hast, dann walze sie aus, bis sie platt ist. Nicht so bei Julia Lacherstorfer.
–  Albert Hosp, Ö1

 

Booking:
Stephanie Krön
++43 664 3237783
stephanie.kroen[at]medienmanufaktur[dot]com
Charlie Bader
++43 664 8294406
charlie.bader[at]medienmanufaktur[dot]com

Label:

Lotus Records

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Pressefotos:

(c) Julia Geiter

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